Ideas, tips and reports about event display construction and management

Not open to the public – ein weiser Ratschlag, der die Homepages und Eingangshallen vieler Messen in Form von dicken Verbotsschildern ziert. Was also tun, wenn man als geneigter Besucher auf eine Business-Messe möchte, aber nicht Teil einer höchst wichtigen Berufsbranche ist?

Die Antwort ist simpel: Visitenkarten. In der Regel kennzeichnet der Besitz einer Visitenkarte, auf der meistens der Name, Kontaktdaten, Firma und Position stehen, die Zugehörigkeit zu einer Firma – und das reicht als Beweis.

Nun mag manch einer denken: So eine Visitenkarte kann man sich doch mit jedem Gratis-Bildbearbeitungsprogramm aus dem Internet selber machen und ausdrucken.

Stimmt. Könnte man. Man baut sich ein schickes Firmenlogo, gibt sich selber einen wichtig klingenden Titel und schon stehen einem die Türen zu den Messen weit offen. Nachgefragt wird selten, zumal es bei der Ansammlung von Leuten kaum möglich ist, alle zu kontrollieren.
Allerdings ist die Methode wohl sehr „europäisch“ gedacht. In Japan würde sich wohl kaum einer erdreisten, sich einer Branche zuzuordnen, der er gar nicht angehört.

Hierarchien und der Respekt vor Personen höheren Ranges spielen eine wichtige Rolle in der japanischen Gesellschaft. Da gehört es sich schlicht und ergreifend nicht, sich mit etwas zu betiteln, was man gar nicht ist. Der Gesichtsverlust wäre zu groß, wenn der Schwindel aufflöge.

An jedem Messestand, egal wo und auf welcher Messe, legen die Unternehmen weitere Visitenkarten aus. Diese haben in Japan einen weitaus wichtigeren Status als bei uns in Deutschland, so sagt es uns zumindest jeder Japan-Knigge. Die Übergabe einer Visitenkarte ist nicht nur eine bloße Formalität, nein, hier in Japan ist es eine kleine Zeremonie. Es ist genau Vorgegeben, wer wann, wo und wie welche Karte zuerst gibt, wie man sie ließt und wie und wohin man sie wegsteckt.
Kommen wir nochmal zurück zu eben benannten Hierarchien in der japanischen Gesellschaft: Die Position der Person innerhalb des Unternehmens ist nicht aus der reinen Freude am eigenen Status auf der Karte abgedruckt, sondern sie soll sofort klar machen, mit wem man es bei einem Meeting zu tun hat.

Sollte es doch zu einem Austausch kommen, ist es wichtig, die Karte immer mit beiden Händen zu überreichen, und zwar so, dass sie der Geschäftspartner sofort lesen kann. Wer schon einmal etwas von einem Asiaten geschenkt bekommen hat, weiß: Ein übliches Ritual im fernen Osten. Es zeigt, dass die Aufmerksamkeit ganz dem Gegenüber gewidmet ist.

Der „Beschenkte“ liest sich die Karte daraufhin aufmerksam durch – und zollt damit dem Gegenüber ausreichend Respekt und Interesse. Erst jetzt ist auch für ihn der Zeitpunkt gekommen, seine Karte zu überreichen, gefolgt von einer Verbeugung. Doch auch die kann schnell zur Falle für den unwissenden Gaijin werden: Der Rangniedrigere verbeugt sich immer tiefer als sein Gegenüber.

Klingt alles kompliziert? Naja, für den deutschen Businessman von heute ist es das vielleicht auch.
Bei uns landen diese Karten, sofern man sie nicht wirklich braucht, oft schnell in der Hosentasche, wo sie später zusammen mit alten Taschentüchern und Bonbonpapier entweder weggeworfen oder aus versehen mitgewaschen werden. In Japan wäre dies eine grobe Unhöflichkeit, und würde von wenig Respekt zeugen. Man sollte daher stets ein Etui für Visitenkarten dabei haben (gibt es von der Billig-Plastikvariante bis zur vergoldeten)

Es heißt also Vorsicht im Umgang mit Visitenkarten: Sie sind ein wichtiger Teil des japanischen Geschäftslebens und sollten auch als solch einer behandelt werden. Es lohnt sich also schon, vor dem nächsten Japan-Besuch diese paar Grundregeln in den Kopf zu drücken, oder einen „Benimm-Kurs“ für das japanische Business zu besuchen.

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the Welkam boys Kojichu, Japanese for 'under construction,' is an ongoing notebook of ideas, tips and discoverys we've picked up over the years building displays and managing events around the world.

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